2-Takt vs. 4-Takt Kartmotor – Vergleich | JBMK GX Racing

GX390 vs. Rotax / 4-Takt vs. 2-Takt / Kostenvergleich

Kartmotoren im Kostenvergleich: Warum die Anschaffung nur einen Teil der Gesamtkosten abbildet

Gesamtkostenbetrachtung von 2-Takt- und 4-Takt-Kartmotoren am Beispiel Rotax MAX und JBMK VT390 (Honda GX390)

1. Ausgangslage

Bei der Auswahl eines Kartmotors stehen üblicherweise Leistung, Gewicht und Anschaffungspreis im Vordergrund. Diese Kriterien beeinflussen Beschleunigung, Fahrverhalten und die anfängliche Investition. Für die Wirtschaftlichkeit über die Nutzungsdauer sind jedoch auch die laufenden Kosten maßgeblich: Wartungsintervalle und Instandsetzungskosten.

Dieser Beitrag betrachtet ausschließlich den Kart-Einsatz und stellt zwei Motorkonzepte gegenüber: den 2-Takt-Motor Rotax MAX und den für den Kartbetrieb aufgebauten 4-Takt-Motor auf Basis des Honda GX390. Als Vergleichszeitraum werden 500 Betriebsstunden angesetzt; die wirtschaftliche Lebensdauer der Motoren wird nicht berücksichtigt.

 

2. Betrachtungsrahmen und Vergleichsklassen

Der Vergleich erfolgt auf Ebene vergleichbarer Wettbewerbsklassen, nicht auf Ebene identischer Motorleistung. Der Rotax 125 Junior MAX EVO leistet 23 PS (Händlerangabe), der Rotax 125 Senior MAX EVO rund 30 PS. Die gegenübergestellten GX390-Varianten leisten 20 PS beziehungsweise 26 PS. Die Zuordnung ist damit eine Klassen- und Rollenzuordnung; der Rotax-Motor liegt in beiden Klassen oberhalb der jeweiligen GX390-Variante. Dieser Leistungsunterschied ist bei der Bewertung der Ergebnisse zu berücksichtigen.

3. Anschaffungskosten

Für den auf dem Honda GX390 basierenden Motor werden zwei Beschaffungswege berücksichtigt: der Neukauf eines für den Kartbetrieb aufgebauten Motors (Honda GX390 ca. 20 PS bzw. ca. 26 PS) sowie der Kauf eines generalüberholten Motors von JBMK (VT390-20 bzw. VT390-26). Die Rotax-Preise sind Händlerpreise. Die Preise der Honda-GX390-Neumotoren sind Referenz-Händlerpreise. Die VT390-Preise sind betriebliche Angaben von JBMK GX Racing.

4. Wartung und Instandsetzung

Honda GX390: Im Kartbetrieb werden die Kolbenringe etwa alle 100 Betriebsstunden gewechselt. Eine Instandsetzung umfasst Kolbenringe, Dichtungen und Lagerschalen einschließlich Arbeit und kostet 223 €. Ist zusätzlich der Kolben verschlissen, steigen die Kosten auf 300 €. Daraus ergeben sich Instandsetzungskosten von 2,23 €/h (ohne Kolben) bis 3,00 €/h (mit Kolben).
Rotax MAX: Der Händler nennt eine kleine Revision alle 25 Betriebsstunden für 380 € und eine große Revision alle 50 Betriebsstunden für 800 €. Die Werte gelten für Junior- und Senior-Motor gleichermaßen. Je 50-Stunden-Zyklus fällt eine kleine und eine große Revision an; das ergibt 1.180 € je 50 Betriebsstunden beziehungsweise 23,60 €/h.

Grundlage Rotax Revisionen: Bei der großen Revision (50 h) wird keine zusätzliche kleine Revision berechnet. Je 50-Stunden-Zyklus fallen daher genau eine kleine und eine große Revision an.

5. Gesamtkosten über 500 Betriebsstunden
Die Gesamtkosten setzen sich aus der einmaligen Anschaffung und den Wartungskosten über 500 Betriebsstunden zusammen. Über diesen Zeitraum fallen beim GX390 fünf Instandsetzungen (alle 100 h) und beim Rotax MAX zehn kleine und zehn große Revisionen an.
 

Über 500 Betriebsstunden betragen die Wartungskosten des Rotax MAX 11.800 € gegenüber 1.115 bis 1.500 € beim GX390. Einschließlich Anschaffung liegen die Gesamtkosten des Rotax MAX bei rund 14.200 € (Junior) beziehungsweise 15.100 € (Senior), beim GX390 je nach Beschaffungsweg bei rund 2.600 bis 4.300 €. Der Unterschied bei den reinen Wartungskosten beträgt etwa das Acht- bis Zehnfache zugunsten des GX390.

 

6. Fazit
Im betrachteten Kart-Einsatz weisen die auf dem Honda GX390 basierenden 4-Takt-Motoren in beiden Klassen deutlich niedrigere Wartungs- und Gesamtkosten über 500 Betriebsstunden auf als der Rotax MAX. Bei der Anschaffung liegt der generalüberholte VT390 unter dem Rotax MAX; der neue Honda GX390 liegt bei der Anschaffung etwa gleichauf mit dem Rotax (Junior) beziehungsweise darunter (Senior), erreicht aber wegen der geringen Wartungskosten ebenfalls deutlich niedrigere Gesamtkosten. Der Rotax MAX bietet in beiden Klassen die höhere Motorleistung.

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