Honda GX390 richtig einfahren und warten

Die Grundregeln

  • Der Motor muss auf dem späteren Temperaturniveau eingefahren werden.
  • Der Motor muss immer genügend Öl zur Verfügung haben.
  • Der Motor sollte mit den späteren Vergaser- und Zündungseinstellungen eingefahren werden.

Warum das Einfahren wichtig ist

Das Einfahren des Zylinders wird an der Zeit und dem Drehzahlniveau gemessen, nicht an einer zurückgelegten Distanz. Eine Distanzangabe würde Belastung, Geschwindigkeit und Dauer des Einsatzes vernachlässigen und ist daher ungeeignet als Maßstab.

Maßgeblich für das Einfahren sind: Zeit/Dauer, Drehzahlniveau und Lastzustand.

 

Was muss eingefahren werden?

Eingefahren werden müssen Zylinder, Kolben, Pleuel und Kurbelwelle. Nur bei diesen Bauteilen ist das Einfahren notwendig, um Schäden zu vermeiden.

Alle anderen Motorkomponenten (z. B. Zündung, Lager, Kupplung) müssen nicht eingefahren werden.

 

Ablauf der Einfahrphase

  • Die Einfahrphase dauert 2 bis 3 Stunden. Zylinder mit unbeschichteten Aluminiumkolben müssen schonend eingefahren werden – hier gelten sichere 3 Stunden als Empfehlung.
  • Der Motor wird nach dem Starten sofort gefahren. Ein minutenlanges Laufenlassen im Stand ist zu vermeiden, da der Motor dabei nicht richtig warm wird, ohne Belastung läuft und abmagert.
  • Der Motor wird von Beginn an mit niedrigen Drehzahlen unter Volllast gefahren (Volllast = Gashahn vollständig aufreißen). Volllast sorgt dafür, dass der Motor ausreichend mit Öl versorgt wird. Die Belastung wird über die gesamte Einfahrphase hinweg kontinuierlich gesteigert.

Einfahrschritte:

  • Standdrehzahl ca. 1.600 U/min (nach Gehör und Gefühl einstellen, Motor soll ruhig laufen und nicht absterben)
  • 10 Runden zum Aufwärmen, maximal 3.500 U/min
  • 1,0 Std. bei maximal 4.000 U/min mit wechselnden Drehzahlen
    • anschließend Ölwechsel (Motoröl 1,1 Liter)
  • 1,0 Std. bei maximal 4.500 U/min mit wechselnden Drehzahlen
    • anschließend Ölwechsel (Motoröl 1,1 Liter)
  • 0,5 Std. bis zur maximalen Drehzahl des jeweiligen Motortyps, mit wechselnden Drehzahlen
  • Motor ist eingefahren und einsatzbereit

Maximale Drehzahl je Motortyp (letzte 0,5 Std. der Einfahrphase):

  • VT390-13: max. 5.000 U/min
  • VT390-16: max. 5.500 U/min
  • VT390-20: max. 6.000 U/min
  • VT390-26: max. 6.000 U/min

Steigerung der Drehzahl

Der Motor verkraftet mit zunehmender Laufzeit mehr Belastung – daher wird die Höchstdrehzahl über die Einfahrphase hinweg kontinuierlich gesteigert, denn der Motor muss auf sein späteres Betriebsniveau eingefahren werden.

Zum Ablauf: Beginn bei ca. 3.500 U/min, gegen Ende der Einfahrphase Erreichen der modellspezifischen Höchstdrehzahl (5.000–6.000 U/min, je nach Motortyp).

 

Warum Einfahren im Leerlauf schädlich ist

Achtung: Ein stundenlanger Motorbetrieb im Leerlauf ist schädlich für den Motor. Ein Einfahren im Leerlauf ist nicht möglich und kann zu starkem Verschleiß und Schäden führen.

 

Probleme beim Einfahren im Leerlauf:

  • Der Motor liefert mangels Drehzahl nicht genügend Öl an die Schmierstellen.
  • Gleitlager werden nicht ausreichend geschmiert und gekühlt; Schmutz und Einlaufabrieb werden nicht aus den Lagerstellen gespült.
  • Zu wenig Spritzöl gelangt an die Zylinderwand; Schmutz und Abrieb werden nicht abgewaschen, was Verschleiß und Schäden begünstigt.
  • Der Kolben wird nicht ausreichend gekühlt; Mangelschmierung an Kolbenbolzen und Pleuelbuchse ist die Folge.
  • Weiter entfernte, mit Spritzöl versorgte Bauteile (Ventile, Nockenwelle, Kipphebel) erhalten unter Umständen zu wenig oder gar kein Öl.
  • Kolbenringe gewährleisten im Leerlauf keine vollständige Abdichtung. Heiße Verbrennungsgase können durchblasen, die Zylinderwand aufheizen und den Ölfilm schädigen; unter ungünstigen Bedingungen gelangt auch Öl in den Verbrennungsraum.

Folge: Blaurauch und Ölaustritt aus dem Auspuff.

 

Wartungshinweise

  • Während der Einfahrphase das Öl nach der 1. und 2. Stunde wechseln (siehe Einfahrschritte); danach Ölwechsel alle 10 Betriebsstunden laut Wartungsplan.
  • Motor nicht mit Öl überfüllen (max. 1,1 Liter).
  • Ölwechsel spätestens alle 10 Betriebsstunden durchführen (je nach Belastung auch früher).
  • Ventilspiel bei jedem Ölwechsel während der Einfahrphase prüfen und ggf. einstellen; danach alle 10 Betriebsstunden:
    • Einlass (IN): 0,15 mm ± 0,02 mm
    • Auslass (EX): 0,20 mm ± 0,02 mm

Motoröle

  • Motoröl während EInfahrphase: 10W-40
  • Motoröl nach Einfahrphase: vollsynthetisches 10W-60

Zündkerzen

  • BPR6ES – für den Normalbetrieb
  • BPR7ES – bei Dauervolllast bzw. ab ca. 30 °C Umgebungstemperatur

Stand: 01.10.2026

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