Kraftstoffempfehlung für VT390 Kartmotoren
Welcher Kraftstoff wird empfohlen?
- Bleifreies Benzin, mind. Oktanzahl 95, besser 98 (RON) oder höher
- Maximal 5 % Bioethanolanteil (E5). Von Kraftstoffen mit höherem Ethanolanteil (z. B. E10) raten wir bei unseren refurbished VT390-Motoren ab.
- Zu Alkylatbenzin geben wir kein Statement ab. Der Einsatz erfolgt ausschließlich auf eigene Gefahr.
Höhere Ethanolanteile können bei Kleinmotoren Kraftstoffsystem-Bauteile (Dichtungen, Leitungen, Vergaserkomponenten) stärker beanspruchen und die Korrosionsneigung erhöhen (allgemeines Wissen). Für unsere überholten Motoren gilt daher die Empfehlung von maximal 5 % Bioethanol als zusätzliche Sicherheitsmarge.
Warum wir maximal 5 % Bioethanol empfehlen
Das ist die klare Empfehlung von JBMK GX-Racing für alle VT390-Kartmotoren:
- Korrosion im Vergaser: Ethanol ist hygroskopisch und bindet Wasser. Dieses Wasser kann sich in der Schwimmerkammer und an anderen Metallteilen des Vergasers absetzen und dort Korrosion verursachen. Vergasergehäuse und -düsen bestehen häufig aus Aluminium, Zink oder Messing – Werkstoffe, die durch säurehaltig gewordenes Ethanol angegriffen werden können.
- Dichtungen im Vergaser und Membranen in der Benzinpumpe: Gummidichtungen im Vergaser sowie Membranen in der Benzinpumpe können durch Ethanolkontakt porös und brüchig werden, was zu Leckagen führt.
- Verharzung feiner Düsen: Ethanol fördert die Bildung klebriger Ablagerungen, die die kleinen Düsen und Kanäle im Vergaser verstopfen können – bei den kleinvolumigen Vergasern (VM22/TM33) unserer VT390-Motoren wirken sich solche Ablagerungen schneller auf die Funktion aus.
- Gemischverschiebung ohne Kompensation: Unsere Vergaser sind mechanisch fest bedüst, ohne elektronische Anpassung wie bei modernen Einspritzanlagen. Da Ethanol rund 34 % weniger Energiedichte als Benzin hat, verschiebt ein höherer Ethanolanteil das Luft-Kraftstoff-Gemisch gegenüber der Werksbedüsung – relevant, da unsere Motoren laut Einfahranleitung unter Volllast betrieben werden. Diese Aussage zur fehlenden Kompensation bei Vergasermotoren ist allgemeines Wissen.
- Standzeiten zwischen Renneinsätzen: Bei längerem Stillstand setzt sich das Ethanol im Kraftstoff ab und kann Ablagerungen fördern, die das Kraftstoffsystem verstopfen – ein typisches Szenario zwischen zwei Renn- oder Trainingstagen.
E5-Kraftstoff enthält weniger Ethanol und ist daher weniger anfällig für die Bildung von Ablagerungen und Wasseransammlungen als E10.
Lagerung von Kraftstoff
- Benzin beginnt nach etwa einem Monat Lagerung zu altern.
- Lagerung in einem sauberen, zugelassenen, dicht verschlossenen Behälter.
- Bei Lagerung in Stahlbehältern: keine Korrosion im Behälter zulassen.
- Kühler, schattiger Lagerort – vor hohen Temperaturen schützen.
- Bei einer Standzeit von mehr als 4 Wochen zwischen zwei Nutzungen: Kraftstoff-Stabilisator direkt ins frische Benzin mischen.
- Der Stabilisator hat eine begrenzte Haltbarkeit (i. d. R. max. 2 Jahre nach Anbruch der Flasche) und kann bereits gealtertes Benzin nicht wieder aufbereiten – er muss stets frischem Benzin beigemischt werden.
Vor Saisonpause / Winterlagerung
Zwei Vorgehensweisen sind möglich:
- Vergaser und Kraftstofftank vollständig entleeren, oder
- Kraftstoff-Stabilisator im vorgegebenen Mischungsverhältnis vor der Einlagerung in den Tank geben und den Motor anschließend mindestens 5 Minuten laufen lassen, damit der behandelte Kraftstoff bis zum Vergaser vordringt.
Stand: 01.07.2026
