Funktionsweise des Honda GX390 Kartmotors
Textfassung
Vergaser verstehen: so entsteht das Gemisch für deinen Kartmotor
Textfassung unseres interaktiven Vergaser-Tools. Hier erfährst du, wie die Vergaser von VT390-13, VT390-16, VT390-20 und VT390-26 arbeiten: wie der Kraftstoff vom Tank in die Schwimmerkammer kommt, wie Leerlauf-, Übergangs- und Hauptdüsensystem den Kraftstoff dosieren und wie Choke und Drosselklappe das Gemisch verändern.
Die Vergaser im Überblick
VT390-13 · Standardvergaser
Der VT390-13 nutzt einen Standard-Klappenvergaser mit Hauptdüse 108. Er ist genauso aufgebaut wie der Keihin-Vergaser des VT390-16, hat aber keinen Absetzbecher: Der Kraftstoff läuft vom Kraftstoffhahn direkt zum Schwimmernadelventil.
- Leerlaufdrehzahl: ca. 1500/min
- Höchstdrehzahl: ca. 5000/min
- Hauptdüse: 108
- Absetzbecher: nein
VT390-16 · Keihin BE
Der VT390-16 nutzt einen Keihin-Klappenvergaser vom Typ BE mit optimierter Bedüsung: Die Hauptdüse 112 ist gegenüber Serie geändert. Kraftstoffhahn und Absetzbecher sind direkt am Vergaser angebaut.
- Leerlaufdrehzahl: ca. 1500/min
- Höchstdrehzahl: ca. 5500/min
- Hauptdüse: 112 (gegenüber Serie geändert)
- Absetzbecher: ja, am Kraftstoffhahn
VT390-20 · VM22
Der VT390-20 nutzt einen VM22-26 Rundschiebervergaser. Statt einer Drosselklappe hebt der Gaszug einen runden Schieber an; an ihm hängt die Düsennadel, die in der Nadeldüse den Kraftstoffquerschnitt im Teillastbereich regelt. Bedüsung: Hauptdüse 115, Nebendüse 30, Nadelclip in der 2. Kerbe von oben. Für den Kaltstart hebt der Chokehebel einen Starterkolben an und gibt ein eigenes Startersystem frei.
- Leerlaufdrehzahl: ca. 1500/min
- Höchstdrehzahl: ca. 6000/min
- Hauptdüse: 115
- Nebendüse: 30
- Nadelclip: 2. Kerbe von oben
VT390-26 · Mikuni TM33
Der VT390-26 nutzt einen Mikuni TM33 Flachschiebervergaser mit Beschleunigungspumpe. Der flache Gasschieber gleitet auf Rollen und gibt einen glatten, runden Durchlass frei; die Düsennadel am Schieber regelt die Teillast, die Hauptdüse das Vollgas. Beim schnellen Gasgeben spritzt die rein mechanische Beschleunigungspumpe (kleiner Kolben, keine Membran) zusätzlich Kraftstoff ein. Die Leerlaufmenge wird mit der CO-Schraube eingestellt. Bedüsung: Hauptdüse 142,5, Leerlaufdüse 37,5, Nadelclip in der 3. von 5 Kerben (von oben).
- Leerlaufdrehzahl: ca. 1500/min
- Höchstdrehzahl: ca. 6000/min
- Hauptdüse: 142,5
- Beschleunigungspumpe: ja, rein mechanisch (kleiner Kolben, keine Membran)
- Leerlaufdüse: 37,5
- Nadelclip: 3. von 5 Kerben (von oben)
So arbeitet der Vergaser
Schwimmersystem
Der Kraftstoff kommt über den Kraftstoffanschluss und den Kraftstoffhahn – beim VT390-16 zusätzlich über den Absetzbecher – zum Schwimmernadelventil. Solange der Pegel in der Schwimmerkammer unter dem Sollstand liegt, hängt der Schwimmer tiefer und das Ventil ist offen. Steigt der Pegel, hebt der Schwimmer die Nadel in ihren Sitz und sperrt den Zulauf. So bleibt der Kraftstoffspiegel immer gleich hoch – Voraussetzung dafür, dass die Düsen gleichmäßig dosieren.
Leerlauf- und Übergangssystem
Bei fast geschlossener Drosselklappe ist die Luft im Lufttrichter zu langsam, um Kraftstoff aus dem Mischrohr zu saugen. Dafür ist der Unterdruck hinter der Klappe hoch. Er saugt Kraftstoff durch die Leerlaufdüse, der mit Leerlaufluft vorgemischt wird und hinter der Klappe austritt. Die Leerlaufgemischschraube regelt diese Menge. Öffnet die Klappe, streicht ihre Kante über die Bypass-Bohrungen: Sie liefern zusätzliches Gemisch und überbrücken den Übergang zum Hauptsystem.
Hauptdüsensystem
Ab Teillast strömt die Luft im Lufttrichter so schnell, dass dort ein deutlicher Unterdruck entsteht. Er saugt Kraftstoff aus der Schwimmerkammer durch die Hauptdüse (VT390-13: 108, VT390-16: 112) ins Mischrohr. Über die Luftkorrekturbohrungen wird Luft beigemischt, der Kraftstoff schäumt auf, tritt am Mischrohr in den Luftstrom und zerstäubt. Je weiter die Drosselklappe öffnet, desto mehr Luft und Kraftstoff strömen – das Gemischverhältnis bleibt dabei nahezu gleich.
Starterklappe (Choke)
Für den Kaltstart wird die Starterklappe geschlossen. Sie drosselt die Luft vor dem Lufttrichter, dadurch steigt der Sog an Mischrohr und Leerlaufaustritt: Es kommt mehr Kraftstoff bei weniger Luft, das Gemisch wird fett. Halb offen hilft sie in der Warmlaufphase. Im Betrieb muss sie ganz offen sein, sonst wird das Gemisch viel zu fett.
Kraftstoffhahn und Absetzbecher
Der Kraftstoffhahn sitzt bei beiden Klappenvergasern direkt am Vergaser. Beim Keihin-Vergaser des VT390-16 durchläuft der Kraftstoff vorher den Absetzbecher: Schmutz und Wasser setzen sich am Boden ab. Der Standardvergaser des VT390-13 hat keinen Absetzbecher. Ist der Hahn zu, läuft der Motor nur noch, bis die Schwimmerkammer leer ist.
Rundschieber und Düsennadel (VT390-20)
Beim VM22 regelt ein runder Gasschieber den Durchlass. Unter ihm entsteht beim Durchströmen Unterdruck, der Kraftstoff aus der Nadeldüse saugt. Die am Schieber hängende, kegelige Düsennadel gibt mit steigendem Schieber immer mehr Querschnitt frei: Bis etwa Dreiviertelgas bestimmt vor allem sie das Gemisch, darüber die Hauptdüse 115. Der Nadelclip sitzt in der 2. Kerbe von oben.
Leerlauf, Bypass und Startersystem (VT390-20)
Im Leerlauf fördert die Nebendüse 30; die Leerlaufluftschraube regelt die beigemischte Luft. Beim ersten Gasgeben liefert die Bypass-Bohrung unter der Schieberkante zusätzliches Gemisch. Der Choke ist ein Starterkolben: Er drosselt keine Luft, sondern öffnet ein eigenes Startersystem mit Starterdüse, das vor allem bei geschlossenem Gas wirkt.
Flachschieber und Düsennadel (VT390-26)
Beim Mikuni TM33 regelt ein flacher Gasschieber den Durchlass. Er gleitet leicht und gibt bei Vollgas den runden Kanal ganz frei. Die Düsennadel am Schieber (Clip 3/5) regelt die Teillast, die Hauptdüse 142,5 das Vollgas; Haupt- und Leerlaufluftdüse im Lufttrichter mischen Luft bei. Im Leerlauf fördert die Leerlaufdüse 37,5, die Menge wird mit der CO-Schraube eingestellt.
Beschleunigungspumpe (VT390-26)
Wird schnell Gas gegeben, strömt die Luft sofort, der schwerere Kraftstoff folgt erst verzögert – das Gemisch würde kurz zu mager. Deshalb drückt beim Öffnen ein kleiner Pumpenkolben (rein mechanisch, keine Membran) über die Pumpenstange Kraftstoff zum Einspritzrohr, das ihn direkt in den Ansaugkanal spritzt. Beim Schließen füllt sich die Pumpenkammer wieder.
Was in welcher Situation passiert
Kaltstart (Choke zu)
Choke zu (Kaltstart): Die Starterklappe sperrt die Luft fast ab. Der Sog an Mischrohr und Leerlaufaustritt steigt, es kommt viel Kraftstoff bei wenig Luft. Das sehr fette Gemisch lässt den kalten Motor anspringen.
Warmlauf (Choke halb)
Choke halb (Warmlauf): Die Starterklappe ist halb offen. Das Gemisch ist noch fett und hilft dem Motor, bis er warm ist. Danach den Choke ganz öffnen.
Leerlauf
Leerlauf (ca. 1500/min): Die Drosselklappe liegt an der Anschlagschraube. Hinter ihr ist der Unterdruck hoch, deshalb fördert nur das Leerlaufsystem: Kraftstoff aus der Leerlaufdüse, mit Leerlaufluft vorgemischt, tritt hinter der Klappe aus. Das Gemisch ist ideal.
Übergang (Drosselklappe öffnet)
Übergang: Die Drosselklappe öffnet, ihre Kante streicht über die Bypass-Bohrungen. Sie liefern zusätzlich Gemisch, bis im Lufttrichter genug Sog für das Hauptsystem entsteht. So nimmt der Motor ohne Loch Gas an.
Teillast
Teillast: Im Lufttrichter strömt die Luft schnell genug – das Hauptsystem fördert über Hauptdüse (108 beim VT390-13, 112 beim VT390-16) und Mischrohr. Das Leerlaufsystem läuft schwächer mit. Das Gemisch ist ideal.
Vollgas
Vollgas (ca. 5000/min beim VT390-13, ca. 5500/min beim VT390-16): Die Drosselklappe ist ganz offen, die Luftmenge am größten. Fast der ganze Kraftstoff kommt über die Hauptdüse (108 beim VT390-13, 112 beim VT390-16). Das Gemisch ist leicht fett – das kühlt den Brennraum.
Choke vergessen
Choke vergessen: Vollgas bei geschlossener Starterklappe – das Gemisch ist viel zu fett. Der Motor läuft unrund, die Zündkerze verrußt, der Motor säuft ab. Choke öffnen!
Kraftstoffhahn zu und leere Schwimmerkammer
- Kraftstoffhahn zu: Es fließt nichts mehr nach. Der Motor verbraucht den Vorrat in der Schwimmerkammer, der Pegel sinkt (zeitlich gerafft).
- Kraftstoffmangel: Der Pegel ist so tief, dass die Düsen kaum noch Kraftstoff bekommen. Das Gemisch wird mager, gleich geht der Motor aus.
- Motor ausgegangen: Die Schwimmerkammer ist leer. Kraftstoffhahn öffnen, warten, bis die Kammer gefüllt ist, dann den Motor wieder starten.
Motor aus
- Motor aus, Kraftstoffhahn auf: Kraftstoff fließt durch Kraftstoffhahn (beim VT390-16 mit Absetzbecher) und Schwimmernadelventil in die Schwimmerkammer. Der Schwimmer steigt mit dem Pegel.
- Motor aus: Die Schwimmerkammer ist bis zum Sollstand gefüllt, der Schwimmer hat das Schwimmernadelventil geschlossen. Ohne Luftstrom gibt es keinen Sog – also auch kein Gemisch.
- Motor aus, Kraftstoffhahn zu: kein Zulauf, kein Luftstrom – der Vergaser ruht.
Rundschiebervergaser VT390-20: was in welcher Situation passiert
Kaltstart (Starter aktiv)
Choke (Kaltstart): Der Chokehebel hebt den Starterkolben. Aus der Starterdüse strömt zusätzliches Gemisch hinter dem Schieber in den Kanal – sehr fett, damit der kalte Motor anspringt. Die Luft wird dabei nicht gedrosselt.
Leerlauf
Leerlauf (ca. 1500/min): Der Gasschieber steht auf der Anschlagschraube nur einen Spalt offen. Kraftstoff aus der Nebendüse 30, mit Luft von der Leerlaufluftschraube vorgemischt, tritt hinter dem Schieber aus. Das Gemisch ist ideal.
Übergang
Übergang: Der Schieber hebt sich, die Bypass-Bohrung unter seiner Kante liefert zusätzliches Gemisch, und der Schieberausschnitt lässt mehr Luft durch. Die Nadeldüse beginnt zu fördern.
Teillast
Teillast: Die Luft strömt schnell unter dem Schieber hindurch und saugt Kraftstoff aus der Nadeldüse. Wie viel, bestimmt die kegelige Düsennadel (Clip in der 2. Kerbe von oben). Das Gemisch ist ideal.
Vollgas
Vollgas (ca. 6000/min): Der Schieber ist ganz oben, die Düsennadel weit aus der Nadeldüse gezogen. Jetzt begrenzt die Hauptdüse 115 die Kraftstoffmenge. Das Gemisch ist leicht fett – das kühlt den Brennraum.
Starter vergessen
Starter vergessen: Bei Vollgas wirkt das Startersystem schwächer, weil hinter dem offenen Schieber kaum Unterdruck herrscht – das Gemisch ist trotzdem zu fett, der Motor läuft unrund. Choke ausschalten!
Flachschiebervergaser VT390-26: Beschleunigungspumpe
Beschleunigungspumpe: Beim schnellen Gasgeben drückt der Pumpenkolben Kraftstoff zum Einspritzrohr – ein kurzer Strahl in den Ansaugkanal überbrückt den Moment, in dem die Luft schneller beschleunigt als der Kraftstoff. So nimmt der Motor ohne Loch Gas an.
Alle Bauteile im Überblick
Die Nummern entsprechen der Explosionszeichnung des Keihin-BE-Vergasers (Teile ohne Nummer in der Zeichnung ab 16). Absetzbecher und sein O-Ring gibt es nur beim VT390-16.
Klappenvergaser (VT390-13, VT390-16)
- 1 Leerlaufdüse: Dosiert den Kraftstoff für Leerlauf und Übergang. Er wird aus dem Hauptdüsenbrunnen angesaugt und mit Leerlaufluft vorgemischt.
- 2 O-Ring Leerlaufdüse: Dichtet die Leerlaufdüse im Gehäuse ab, damit keine Falschluft in das Leerlaufsystem gelangt.
- 3 Leerlauf-Anschlagschraube: Begrenzt, wie weit die Drosselklappe schließt, und legt damit die Leerlaufdrehzahl fest.
- 4a Leerlaufgemischschraube: Regelt mit ihrer Kegelspitze, wie viel Leerlaufgemisch aus der Leerlaufaustrittsbohrung strömt.
- 5 Mischrohr: Führt den Kraftstoff von der Hauptdüse in den Lufttrichter. Über die Luftkorrekturbohrungen wird Luft beigemischt – der Kraftstoff schäumt auf und zerstäubt besser.
- 6 Hauptdüse (VT390-13: 108, VT390-16: 112): Begrenzt die Kraftstoffmenge des Hauptsystems bei Teillast und Vollgas. Beim VT390-16 gegenüber Serie geändert (optimierte Bedüsung).
- 7 Schwimmer: Schwimmt auf dem Kraftstoff und drückt über seine Lasche das Schwimmernadelventil zu, sobald der Sollstand erreicht ist.
- 8 Schwimmerkammerdichtung: Dichtet die Schwimmerkammer zum Vergasergehäuse ab.
- 9 Dichtung Kraftstoffhahn: Dichtet das Hahnküken ab. In Stellung „Zu“ ist der Weg zum Vergaser gesperrt.
- 10 O-Ring Absetzbecher: Dichtet den Absetzbecher am Hahngehäuse ab (nur VT390-16).
- 11 Absetzbecher: Schmutz und Wasser sind schwerer als Benzin und setzen sich am Boden ab. Der Kraftstoff steigt oben durch das Steigrohr weiter zum Hahn. Nur am Keihin-Vergaser des VT390-16; der Standardvergaser des VT390-13 hat keinen Absetzbecher.
- 12 Hauptdüsenhalter: Trägt Hauptdüse und Mischrohr. Durch die unteren Öffnungen strömt Kraftstoff aus der Schwimmerkammer zur Hauptdüse.
- 13 Schwimmernadelventil: Lässt Kraftstoff in die Schwimmerkammer, solange der Pegel unter dem Sollstand liegt, und schließt, wenn der Schwimmer steigt.
- 14 Schwimmerachse: Lagert den Schwimmer drehbar im Gehäuse.
- 15 Schwimmerkammer: Kraftstoffvorrat des Vergasers. Der Schwimmer hält den Pegel konstant, damit Haupt- und Leerlaufsystem immer gleich viel Kraftstoff bekommen.
- 16 Drosselklappe: Steuert mit dem Gasgeben, wie viel Gemisch in den Motor strömt. Fast geschlossen arbeitet nur das Leerlaufsystem, weit offen vor allem das Hauptsystem.
- 17 Starterklappe (Choke): Drosselt für den Kaltstart die Luft vor dem Lufttrichter. Der Sog an den Austritten steigt, es kommt mehr Kraftstoff bei weniger Luft – das Gemisch wird fett.
- 18 Kraftstoffhahnhebel: Öffnet und schließt den Kraftstoffzulauf vom Tank zum Vergaser.
- 19 Vergasergehäuse: Aluguss mit Ansaugkanal, Lufttrichter und allen Kraftstoff- und Luftkanälen.
- 20 Lufttrichter (Venturi): Die Engstelle beschleunigt die Luft. Dort entsteht Unterdruck, der Kraftstoff aus dem Mischrohr saugt.
- 21 Bypass-/Übergangsbohrungen und Leerlaufaustrittsbohrung: Leerlaufgemisch tritt hinter der Drosselklappe aus. Beim Öffnen streicht die Klappenkante über die Bypass-Bohrungen, die dann zusätzlich Gemisch liefern – für einen ruckfreien Übergang.
- 22 Kraftstoffanschluss (Zulauf): Hier kommt der Kraftstoffschlauch vom Tank an.
- 23 Drosselklappenwelle: Verbindet Gasgestänge und Drosselklappe. Ihr Hebel liegt im Leerlauf an der Anschlagschraube an.
- 24 Chokehebel: Stellt die Starterklappe auf Zu, Halb oder Auf.
- 25 Ablassschraube: Zum Entleeren der Schwimmerkammer.
- 26 Befestigungsschraube Schwimmerkammer (mit Dichtring): Hält die Schwimmerkammer am Vergasergehäuse.
VM22 (VT390-20)
- 1 Gasschieber (Rundschieber): Wird vom Gaszug angehoben und gibt den Durchlass frei. Die Aussparung an der Luftseite (Schieberausschnitt) bestimmt das Gemisch beim ersten Gasgeben.
- 2 Düsennadel: Hängt am Gasschieber und taucht in die Nadeldüse. Ihre kegelige Form gibt mit steigendem Schieber immer mehr Querschnitt frei – sie regelt vor allem die Teillast.
- 3 Nadelclip (2. Kerbe von oben): Legt fest, wie hoch die Düsennadel im Schieber hängt. Beim VT390-20 sitzt der Clip in der 2. Kerbe von oben.
- 4 Schieberfeder: Drückt den Gasschieber zurück nach unten, sobald das Gas losgelassen wird.
- 5 Mischkammerdeckel: Verschließt den Schieberschacht oben; hier wird der Gaszug eingeführt.
- 6 Gummikappe Gaszug: Schützt die Gaszugführung vor Schmutz und Wasser.
- 7 Nadeldüse: Führt den Kraftstoff von der Hauptdüse in den Kanal. Mit der Düsennadel bildet sie den regelbaren Querschnitt; über Luftbohrungen wird Luft beigemischt.
- 8 Hauptdüse 115: Begrenzt die größte Kraftstoffmenge – sie bestimmt das Gemisch bei Vollgas.
- 9 Nebendüse 30 (Leerlaufdüse): Dosiert den Kraftstoff für Leerlauf und Übergang.
- 10 Leerlaufluftschraube: Regelt die Luft, die dem Leerlaufkraftstoff beigemischt wird: hineindrehen = fetter, herausdrehen = magerer.
- 11 Leerlauf-Anschlagschraube: Hält den Gasschieber im Leerlauf ein Stück offen und legt damit die Leerlaufdrehzahl fest.
- 12 Starterkolben (Choke): Wird mit dem Chokehebel angehoben und öffnet das Startersystem: Zusätzliches Gemisch aus der Starterdüse strömt hinter dem Schieber in den Kanal.
- 13 Chokehebel: Hebt den Starterkolben an (Choke zu = Starter aktiv).
- 14 Starterdüse: Dosiert den Kraftstoff für das Startersystem.
- 15 Schwimmer: Zwei Schwimmkörper heben über eine Lasche das Schwimmernadelventil, sobald der Sollstand erreicht ist.
- 16 Schwimmerachse: Lagert den Schwimmer drehbar.
- 17 Schwimmernadelventil: Lässt Kraftstoff in die Schwimmerkammer, solange der Pegel unter dem Sollstand liegt.
- 18 Schwimmerkammer: Kraftstoffvorrat des Vergasers; der Schwimmer hält den Pegel konstant.
- 19 Schwimmerkammerdichtung: Dichtet die Schwimmerkammer zum Gehäuse ab.
- 20 Ablassschraube: Zum Entleeren der Schwimmerkammer.
- 21 Kraftstoffanschluss (Zulauf): Hier kommt der Kraftstoffschlauch an. Der Kraftstoffhahn sitzt beim VM22 nicht am Vergaser, sondern in der Leitung bzw. am Tank.
- 22 Vergasergehäuse: Aluguss mit Ansaugtrichter, Schieberschacht, Mischblock und allen Kanälen.
- 23 Durchlass unter dem Schieber: Hier strömt die Luft unter dem Gasschieber hindurch und reißt den Kraftstoff aus der Nadeldüse mit.
- 24 Bypass-Bohrung und Leerlaufaustritt: Leerlaufgemisch tritt hinter dem Schieber aus; die Bypass-Bohrung unter der Schieberkante liefert beim ersten Gasgeben zusätzliches Gemisch.
- 25 Luftbohrungen im Ansaugtrichter: Zwei Bohrungen in der Stufe des Ansaugtrichters: Luft für die Nadeldüse (Hauptluft) und für das Leerlaufsystem.
Mikuni TM33 (VT390-26)
- 1 Düsennadel (Clip 3/5): Hängt am Flachschieber und taucht in die Nadeldüse. Ihre kegelige Form regelt die Kraftstoffmenge im Teillastbereich. Beim VT390-26 sitzt der Clip in der 3. von 5 Kerben (von oben).
- 2 Gasschieber (Flachschieber): Flacher Schieber, der vom Gaszug über den Gasschieberhebel angehoben wird. Er gibt den runden Durchlass ohne Stufe frei – das sorgt für gute Füllung bei Vollgas.
- 3 Lufttrichter: Angeschraubter Ansaugtrichter. In seiner Stufe sitzen Haupt- und Leerlaufluftdüse.
- 4 Leerlaufluftdüse: Bestimmt die Luftmenge, die dem Leerlaufkraftstoff beigemischt wird.
- 5 Hauptluftdüse: Bestimmt die Luft, die über die Nadeldüse dem Hauptkraftstoff beigemischt wird.
- 6 Standgasschraube: Stellt die Leerlaufdrehzahl ein: Sie hält den Gasschieber im Leerlauf ein Stück offen.
- 7 Schwimmer: Hebt über eine Lasche das Schwimmernadelventil, sobald der Sollstand erreicht ist.
- 8 Schwimmernadelventil: Lässt Kraftstoff in die Schwimmerkammer, solange der Pegel unter dem Sollstand liegt.
- 9 Hauptdüse 142,5: Begrenzt die größte Kraftstoffmenge – sie bestimmt das Gemisch bei Vollgas.
- 10 Leerlaufdüse 37,5: Dosiert den Kraftstoff für Leerlauf und Übergang.
- 11 Schwimmerkammer: Kraftstoffvorrat des Vergasers; unten sitzt das Gehäuse der Beschleunigungspumpe.
- 12 Einspritzrohr: Düse der Beschleunigungspumpe: Sie spritzt beim schnellen Gasgeben Kraftstoff in den Ansaugkanal.
- 13 CO-Schraube (Leerlaufgemischschraube): Regelt die Kraftstoffmenge des Leerlaufsystems: hineindrehen = magerer, herausdrehen = fetter.
- 14 Pumpenkolben: Kleiner Kolben der Beschleunigungspumpe (keine Membran). Beim Gasgeben drückt er Kraftstoff aus der Pumpenkammer zum Einspritzrohr.
- 15 Pumpenstange: Überträgt die Bewegung vom Gasgestänge auf den Pumpenkolben.
- 16 Nehmerhebel: Sitzt auf der Gaswelle und betätigt die Pumpenstange.
- 17 Vergasergehäuse: Aluguss mit Schieberschacht, Mischblock und allen Kanälen.
- 18 Schließfeder: Zieht die Gaswelle und damit den Schieber zurück in Leerlaufstellung.
- 19 Gasschieberhebel: Verbindet die Gaswelle mit dem Flachschieber.
- 20 Chokeeinheit (Starterkolben): Wird am Knopf herausgezogen und öffnet das Startersystem: zusätzliches Gemisch für den Kaltstart. Die Luft wird dabei nicht gedrosselt.
- 21 Nadeldüse: Führt den Kraftstoff von der Hauptdüse in den Kanal; mit der Düsennadel bildet sie den regelbaren Querschnitt.
- 22 Durchlass unter dem Schieber: Hier strömt die Luft unter dem Flachschieber hindurch und reißt den Kraftstoff aus der Nadeldüse mit.
- 23 Bypass-Bohrung und Leerlaufaustritt: Leerlaufgemisch tritt hinter dem Schieber aus; die Bypass-Bohrung unter der Schieberkante liefert beim ersten Gasgeben zusätzliches Gemisch.
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